Alexander Grischuk Grenke Rapid World Championship
Alexander Grischuk - Großmeister, Elo 2760
07.-08. August 2010 - Mainz, Rheingoldhalle
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Ruslan Ponomariov triumphiert bei Chess-Meeting
Liem Quang Le wird alleiniger Zweiter
Rückblick mit Bildern von Georgios Souleidis

25.07.2010 - Er kam zum ersten Mal, er sah zum ersten Mal und er siegte zum ersten Mal. Souverän hat Ruslan Ponomariov das Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund für sich entschieden. Ein erkämpftes Remis in der Schlussrunde gegen Liem Quang Le ließ den Ukrainer mit einem vollen Punkt Vorsprung triumphieren. Bei einer Niederlage gelangen Pono vier Siege, was für ihn eine Performance von 2837 und so nach Elo den Sprung in die Top 10 der Welt bedeutet. Alleiniger Zweiter ist Liem Quang Le geworden. Für den jungen Vietnamesen ist das sicherlich der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere, und dieser bugsiert ihn ganz nah an die 2700 heran. Neben dem entscheidenden Remis gab es in der letzten Runde auch noch zwei entschiedene Partien. Vladimir Kramnik erkämpfte sich gegen Shakhriyar Mamedyarov ein gewonnenes Turmendspiel, dessen Verwertung Shak mit der Aufgabe der Partie zuvorkam. Tragisch das Ende zwischen Peter Leko und Arkadij Naiditsch. Lange hatte sich der Deutsche in einem Endspiel mit Minusbauer sauber verteidigt, doch kurz vor dem Ziel stellte er seinen letzten Bauern ein und erlaubte Leko den einzigen Sieg im gesamten Turnier.


Leko – Naiditsch 1:0
Kramnik – Mamedyarov 1:0
Ponomariov – Le ½:½

Partien zum Nachspielen und Downloaden

Offizielle Turnierseite


© Offizielle Turnierseite

Unter dem Strich waren das sehr unterhaltsame Dortmunder Schachtage mit spannenden Partien und einer moderaten Remisquote von 53 Prozent. Im Vorjahr hatte selbige noch bei quälenden 74 Prozent gelegen, und der Grund für diese erfreuliche Wende ist ohne Zweifel die konsequente Umsetzung der "Sofia-Regel", welche es den Spielern untersagte, ohne Absprache mit dem Schiedsrichter, ein Remis zu vereinbaren. Die perfekte Organisation beim Chess-Meeting zu loben, gehört eigentlich schon zum absoluten Standard eines jeden Abschlussberichtes, denn die Qualität und Souveränität des Events ist seit jeher ein weltweiter Maßstab. Angefangen beim angenehmen Ambiente vor Ort, der Präsentation auf der Bühne, die unterhaltsame Live-Kommentierung von Klaus Bischoff und Sebastian Sieberecht bis hin zu einem übersichtlichen und informativen Webauftritt nebst fehlerfreier Live-Übertragung der Partien.

Ein glänzender Beleg, was man sich in der Welt von deutschen (Top) Turnieren in Sachen Technik erwartet, ist eine kleine Begebenheit aus dem Chat zur ersten Runde auf dem Schachserver von ChessBase. Weil nicht wie versprochen um 15:15 Uhr auf den heimischen Monitoren die ersten Züge eingingen, sah ein Schachfreund aus dem südeuropäischen Raum seine große Chance gekommen und verhöhnte (durchaus beleidigend) die angeblich so hohe Qualität deutscher Turniere und deren Übertragungstechnik. Zum Schweigen brachte ihn die Meldung des Übertragungsleiters, dass in Dortmund zur Eröffnung einfach (zu) viele Leute (zu) lange Reden hielten und sich der Start der Partien daher um eine Stunde verzögern würden. Um 16:15 Uhr flimmerten pünktlich die ersten Züge auf den Bildschirmen und sie sollten auch in den folgenden Runden niemals zu spät kommen. Quod erat demonstrandum.

Fast-IM Jens Kotainy

© Offizielle Turnierseite

Neben dem Großmeisterturnier fand parallel das Helmut-Kohls-Turnier statt. Gewonnen wurde es überraschend von dem titellosen und eloschwächsten der insgesamt zehn Teilnehmer, Jens Kotainy. Klar, dass der 16-jährige so seine erste IM-Norm erzielte. Selbiges gelang auch Viacheslav Klyuner und Patrick Zelbel. Für beide ist es die so wichtige dritte Norm, und Ersterer wird den Titel auf jeden Fall bald erhalten, doch Zelbel muss noch eine "Kleinigkeit" dafür erledigen. Ihm fehlen noch rund 50 Punkte bis zur nötigen Elo von 2400.

Hauchdünn nach Wertung hat der Armenier GM Tigran Nalbandian das A-Open im Dortmunder Rathaus gewonnen. Er distanzierte IM Thomas Henrichs um einen halben Buchholzpunkt und IM Mikhail Zaitsev um einen weiteren. Das B-Open sicherte sich der offenbar ratinglose Alexander Kirtania mit einem Punkt Vorsprung vor den Verfolgern.

Dass es auch 2011 ein Sparkassen Chess-Meeting geben wird, steht außer Frage. Stattfinden soll es Ende Juli.


Das Spitzenduell der letzten Runde

Herzlichen Glückwunsch, Ruslan Ponomariov!

Bravo, Liem Quang Le!

Vladimir Kramnik schlug Shakhriyar Mamedyarov

Trotz Sieg in der letzten Runde, zufrieden wird Kramnik nicht sein

Shak riskierte viel und verlor ab und an den Überblick

Peter Leko trickste Arkadij Naiditsch zum Abschluss im Endspiel aus

Ein Sieg ist für Leko definitiv zu wenig

Immer diese unnötigen Niederlagen für Naiditsch

Bei der anschließenden Siegerehrung hatte der Deutsche
glücklicherweise seinen Humor schon wiedergefunden

Siegerehrung

Stolz präsentierte der Champion Trophäe und Blumen

Bilder von Georgios Souleidis / © Offizielle Turnierseite


... aber nur bis zum nächsten Mal!




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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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