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Dortmund (GER) - Zwei Runden vor dem Ende des Sparkassen Chess-Meeting sieht Ruslan Ponomariov wie der sichere Sieger aus. Im achten Umlauf traf der Ukrainer auf Arkadij Naiditsch und ließ dem Deutschen aus der Eröffnung heraus keine Chance. Da sich die Verfolger Shakhriyar Mamedyarov und Liem Quang Le im direkten Aufeinandertreffen trotz langem Kampf nur remis trennten, konnte der Ukrainer seinen Vorsprung auf nunmehr einen vollen Zähler ausbauen und dürfte kaum noch einzuholen sein. Wenn überhaupt, dann müsste heute Shak mit den weißen Steinen gegen Pono gewinnen, dann würde es vor der Schlussrunde am Sonntag nochmals spannend. Und auch Liem Quang Le ist noch nicht aus dem Rennen, wobei man meinen könnte, dass dem jungen Vietnamesen seine jetzige Position bei seiner Top Turnier-Premiere genügen sollte und vermutlich auch wird. Keine Rolle um den Turniersieg spielt Titelverteidiger Vladimir Kramnik. Für die russische Nummer 1 geht es nach dem gestrigen Remis gegen Schlusslicht Peter Leko nur noch darum, seinen hauchdünnen Vorsprung in der Weltrangliste vor Levon Aronian zu behaupten.
Leko – Kramnik ½:½
Ponomariov – Naiditsch 1:0
Le – Mamedyarov ½:½
In der neunten Runde stehen die folgenden Paarungen an:
Le – Leko
Mamedyarov – Ponomariov
Naiditsch – Kramnik
Die Bedenkzeit in Dortmund beträgt 100 Minuten/40 Züge + 50 Minuten/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem erstem Zug. Rundenstart ist täglich um 15:00 Uhr. Die letzte Runde am Sonntag wird bereits um 13:00 Uhr beginnen. Die Live-Übertragung ins Internet erfolgt mit einer Verzögerung von 15 Minuten. Neben diesem Versuch, so einen möglichen Betrug zu verhindern, wird erstmals auch konsequent die berüchtigte "Sofia-Regel" angewendet. Demnach ist es den Spielern untersagt, ohne Absprache mit dem Schiedsrichter, ein Remis zu vereinbaren.
Partien zum Nachspielen und Downloaden
Offizielle Turnierseite
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Dem Titel zum Greifen nahe - Ruslan Ponomariov |
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Geht noch was? - Shakhriyar Mamedyarov |
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Schon jetzt ein Gewinner - Liem Quang Le |
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Remiskönig Vladimir Kramnik |
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Vorletzter auf heimischem Boden Arkadij Naiditsch |
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Schlechter ist nur Peter Leko |
Bilder von Georgios Souleidis / © Offizielle Turnierseite
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Biel (SUI) - Mit der vielleicht besten Partie des bisherigen Youngstars-Großmeisterturniers hat sich Fabiano Caruana die alleinige Führung verdient. In der fünften Runde luchste der Italiener seinem Gegner Wesley So zunächst einen Bauern ab, und als dieser glaubte, das Material zurückerobern zu können, wurde er sehr sehenswert eines Besseren belehrt. Den zweiten Sieg der gestrigen Runde landete Maxim Rodhstein gegen Anish Giri und erweiterte so das direkte Verfolgerfeld von Caruana. Der Israeli wies mal wieder nach, dass zwei Türme einer Dame in der Regel überlegen sind und konnte so letztlich seinen Freibauer durchdrücken.
Die restlichen Partien endeten remis, und man muss feststellen, dass Jugend nicht zwangsläufig mehr Risikobereitschaft bedeuten muss. Das ist natürlich traurig, aber die potentiellen Superstars von morgen lernen neben Unmengen von Eröffnungsvarianten leider auch recht früh, dass sie Kräfte sparen sollen, wann immer es möglich ist und auch, dass ein schnelles Remis einen halben Punkt mehr als eine kämpferische Niederlage bringt. Ausklammern kann man diesbezüglich derzeit nur Wesley So, der das größte Potential hat, ein "Kampfschwein" á la Morozevich zu werden.
Gespielt wird das Youngstars als ein Rundenturnier mit der fast schon nostalgischen Bedenkzeit 2h/40 Züge + 1h/20 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie. Der Altersdurchschnitt liegt bei knapp 19 Jahren und der Eloschnitt bei 2658, was die starke Turnierkategorie 17 bedeutet. Rundenbeginn ist täglich um 14:00 Uhr. Am 25. Juli wird der einzige Ruhetag eingelegt.
David Howell – Evgeny Tomashevsky ½:½
Maxime Vachier-Lagrave – Dmitry Andreikin ½:½
Maxim Rodshtein – Anish Giri 1:0
Parimarjan Negi – Nguyen Ngoc Truong Son ½:½
Fabiano Caruana – Wesley So 1:0
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Offizielle Turnierseite
Jan Gustafsson |
Sicherlich wird Ihnen in den vergangenen Tagen und Wochen das Theater um "unsere" Nationalmannschaft nicht entgangen sein. Begonnen hat alles wie so oft mit einem offenen Brief, den Nationalspieler Jan Gustafsson am 11.06.2010 unter anderem via ChessBase in Umlauf brachte. Gusti hatte sich (selbst?) zum Sprachrohr der "Top 4" Deutschlands gemacht und recht unerfahren in die nationale Schachwelt hinein nach 20.000,- Euro für die Teilnahme an der im September in Khanty-Mansiysk stattfindenden Olympiade gebeten. Er bot potentiellen Geldgebern dafür weder eine (unbedingt nötige!) Gegenleistung an, noch war aus dem Schreiben zu erkennen, dass er sich auch Gedanken um die Zukunft macht. Okay, Letzteres sollte vielleicht auch nicht Aufgabe der Spieler sein, aber wenn man schon etwas ändern möchte, dann kann man nicht einfach die Hand aufhalten und darauf hoffen, dass es plötzlich Silbertaler vom Himmel regnet. Zumal der gleiche Gustafsson in der Vergangenheit öffentlich mit seiner Faulheit kokettierte und nicht gerade für die Art Sportler steht, die sich für mehr Cash auch mehr quält und nicht die Nächte mit Pokerspielen verbringt. Nicht sehr überraschend rannten ihm die Sponsoren keineswegs die Tür ein, und da der Deutsche Schachbund selbst beziehungsweise die zuständige Deutscher Schachbund Wirtschaftsdienst GmbH nach eigenen Angaben die finanzielle Forderung nicht erfüllen kann, verweigerten Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Daniel Fridman und eben Jan Gustafsson schlicht den Dienst.
Bundestrainer Uwe Bönsch nominierte daraufhin am 13.07.2010 per Presseerklärung über den Referenten für Leistungssport des DSB, Klaus Deventer, die B-Kaderspieler Rainer Buhmann, Falko Bindrich und Sebastian Bogner und die C-Kaderspieler Martin Krämer und Niclas Huschenbeth für Olympia und rief damit natürlich weitere Kritiker auf den Plan. Allen voran zeigte sich Igor Khenkin im nächsten offenen Brief entrüstet über die Tatsache, dass er als Nummer 5 der deutschen Eloliste nicht berücksichtigt wurde. Der 42-jährige ist dem Bundestrainer schlicht zu alt und schon über den Zenit seiner Leistungsfähigkeit. Autsch!
Am 19.07.2010 reagierte Deventer (wiederum nicht der Bundestrainer selbst!) auf diese Kritik mit einem weiteren offenen Brief / Presseerklärung, in welcher er darlegt, wie die Entscheidungen zustande kamen und dass er von dem "Ansatz, perspektivisch über die jetzige Olympiade hinauszuschauen", überzeugt sei. Leider lässt auch er wiederum die nötige Weitsicht erkennen, die man seitens des DSB jedoch benötigt, um die scheinbar schlechte finanzielle Lage im eigenen Hause zu verbessern. Was geschieht, wenn in zwei Jahren beispielsweise der heutige Nachwuchs größer und stärker ist und "plötzlich" auch was verdienen will? Treten wir künftig nur noch mit einer besseren Jugendmannschaft an?
Die öffentliche Meinung darüber, wer bei diesen Streitereien den schwarzen Peter hat, ist eigentlich ziemlich deutlich, wie auch eine Sammlung an Statements bei ChessBase belegt. Im Grunde ist man mit allen Beteiligten unzufrieden und wirft der einen Seite Geldgier ohne Gegenleistung und der anderen Versagen im Amt und bei der Akquise von Sponsoren vor. Schwer vorstellbar, dass dieses Tohuwabohu dem amtierenden Präsidenten des DSB, Prof. Robert von Weizsäcker, im Bestreben, das höchste Amt bei der European Chess Union zu erobern, dienlich ist. Fortsetzung folgt ...
Das bisher Geschehene beziehungsweise Geschriebene in Linkform und chronologischer Reihenfolge:
Offener Brief von Jan Gustafsson
DSB-Presseerklärung zur Aufstellung
Offener Brief von Igor Khenkin
Offener Brief von Bettina Trabert
Offener Brief von Klaus Deventer
Artikel von Alexander Armbruster auf FAZ.net
Leserbriefe auf ChessBase
Sollten Sie, werter Leser, News, Bilder, Wünsche, Anregungen, Korrekturen oder Kritik das "Aktuelle Tagesschach" betreffend haben, können Sie uns diese herzlich gerne unserem Redakteur Mike Rosa an die folgende Adresse mailen: Mike.Rosa@chesstigers.de
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